Druckkammerfahrt in Ramstein-Miesenbach - Jan 2006

Die Tauchschule Aqualand-Tauchsport in Ramstein-Miesenbach hatte im Januar 06 eine Druckkammerfahrt im dortigen Sauerstoff-Therapiezentrum organisiert.

In der Kammer finden 10 Leute plus einem Betreuersitz (keine Ahnung wofür der genau ist, denn bei unserer Fahrt blieb er leer) Platz und weiteren zwei Plätzen in der Vorkammer. Bei vollem Besatz (10 Leute) kostete uns die "Fahrt" 45 Euro p.P., wobei der eigentliche "Tauchgang" ca. 60 Min. dauert. Ins- gesamt haben wir gute zwei Stunden im Therapiezentrum verbracht. 

Erwähnt sei noch ganz kurz, dass eine Therapie nach einem Tauchunfall ein vielfaches dieses "Stunden- satzes" kostet auch wenn es nur ein verhältnismäßig leichter Unfall war. Also immer schön eine Tauch- versicherung abschließen!

Nun zur eigentlichen Fahrt: Teilnehmen können nur Taucher mit Brevet und gültiger Tauchtauglichkeits- bescheinigung (wurde allerdings beides nicht kontrolliert). Am An- fang steht ein kleines Brefing in dem man aufgeklärt wird was einen nun eigentlich erwartet. Ein Blatt mit detaillierter Beschreibung der Risiken wird ausgehändigt. Im Prinzip können sämtliche Komplikationen wie bei einem richtigen 50m-Tauchgang auftreten, mal abgesehen davon, dass einem die Luft nicht ausgehen kann. Die Kurzzusammenfassung: Man wird mit 6-7 m pro Minute auf simulierte 50 m Tauchtiefe gedrückt (dauert ca. 10 Min.), dort ca. 10 Minuten Grundzeit in denen man rechnet, singt und ein Ü-Ei zusammen baut. Dann wird der Druck wieder gemindert, mit 4 Dekostufen dauert das dann ca. 40 Minuten.

Und das schönste ist, die Kammer ist Videoüberwacht und das ganze wird aufgezeichnet. Wobei wir wohl eine eher "langweilige" Gruppe waren, da es keine größeren Ausfälle unter den Tauchern gab. Schreien und ein bisschen randalieren kommt wohl schonmal vor auf 50 m.

Aufgrund der, wie ich finde, hohen "Abtauchgeschwindigkeit" ist man 10 Minuten lang nur mit Druckaus- gleich und ab und zu mal atmen beschäftigt. Der Vorgang kann natürlich jeder Zeit gestoppt werden falls jemand Probleme bekommt. Während der Druck erhöht wird, steigt die Temperatur in der Kammer auf über 30 Grad. Auf 50 m angekommen werden dann verschiedene Tests/Spielchen durchgeführt, aber da- rüber will ich nicht zu viel verraten, einfach mal selbst ausprobieren. Ich persönlich hatte nicht das Gefühl irgendwas von Tiefenrausch oder so zu merken. Ok, die Rechenaufgabe hat nicht hingehauen, aber ob das auf 0 m besser geklappt hätte ...
Wenn der Druck wieder verringert wird, hat man das Gefühl es wird sehr kalt, auch wenn die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt. Ab einem gewissen Druck wird über Masken sauerstoffangereicherte Luft ge- atmet. Damit soll der Stickstoff besser abgebaut werden und zudem soll es noch gesund sein, da unter Druck der Sauerstoff besser ins Gewebe eindringt.

Das Personal ist sehr freundlich und plauderte ein bisschen aus dem "Nähkästchen" welche Art von Tauchunfällen mit welchem Ergebnis behandelt wurden. Natürlich wird die Druckkammer auch für viele weitere Therapien eingesetzt (Tinitus, Förderung der Wundheilung bei z.B. Diabetikern). Auch leisten sich manche Leute den Luxus des "sauerstoffatmens unter Druck" als Wellnessprogramm, dagegen war unsere Fahrt aber ein Schnäppchen.

Also einfach mal ausprobieren wie man sich auf 50 m fühlt!

 
>>> hier gibt's noch ein paar Bilder!

      

letzte Aktualisierung 2006-02-26