Kuba Mrz 2007

Im Vorfeld unseres Urlaubs haben wir - wie üblich - versucht Kontakt zu den Tauchbasen vor Ort auf- zunehmen. Aber selbst mit der Hilfe verschiedener Reiseveranstalter kam kein einziger Kontakt weder mit einer Basis noch mit einem Hotel zustande. Wir haben uns dann für ein Hotel an der Südseite (18km von Cienfuegos - Rancho Luna), der Insel entschieden, von dem wir in Erfahrung gebracht hatten, dass eine Basis direkt am Hotelstrand betrieben wird. Ferner gab das Internet preis, dass die Basis gegen 10 und 12h für jeweils einen Tauchgang raus fährt und die Seite der Insel sehr schön zum tauchen wäre. Wir haben unser Tauchpacket kurz vorm Urlaub in Deutschland über einen Tauch- reiseveranstalter gebucht und im Voraus bezahlen müssen. Laut Veranstalter wäre nur so garantiert, dass die Basis auf alle Fälle besetzt sei.

Im 3* Hotel "Amigo Club Rancho Luna" angekommen wurde uns schnell klar, dass wir am A... der Welt gelandet waren. In der Hotelbeschreibung steht, der nächste Ort sei 18km entfernt, allerdings hätten wir uns nicht träumen lassen, dass es an dem Strand außer zwei Hotel überhaupt gar nichts gibt.

Das Hotel wurde vor etwa zwei Jahren renoviert, sodass die Einrichtung des Zimmers noch einen recht neuen Eindruck machte. In der Hotelbeschreibung stand natürlich nicht, dass das Hotel von einem Hurrikan platt gemacht wurde und deshalb die Renovierung unumgänglich war. Die Zimmer mit Terrasse haben Standardgröße und sind sauber.

Das Personal ist größtenteils freundlich, lediglich einige "Barkeeper" (falls man die so überhaupt be- zeichnen kann!) fielen durch ihre Inkompetenz negativ auf. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass Kubaner schon zur Mittagszeit einen recht hohen Rum-Verbrauch haben und erst recht, wenn sie direkt an der Quelle arbeiten. Im Hotel und bei der Autovermietung kann man sich in Englisch ver- ständlich machen, viel mehr geht allerdings meistens nicht. Ein kleiner Spanischkurs im Vorfeld wäre bestimmt sehr hilfreich gewesen.

Das Essen ist durchaus genießbar, leider gab es 14 Tage lang das Gleiche. An der Beachbar gibt es mittags wahlweise Hühnchen, Fisch oder Schwein mit "Fettstäbchen" und an der Poolbar Pizza mit dem Belag der gerade da ist.

Die abendliche Unterhaltung ist fast nicht der Rede wert.

Nachdem wir uns einen Tag am Strand ausgeruht hatten, liefen wir am zweiten Tag bei der Tauch- basis auf. Die Basis war direkt am Strand, wenige Meter vom Wasser entfernt. Das war aber auch das einzig gute an diesem Strand. Karibik hatten wir uns anders vorgestellt. Die Begrüßung an der Basis war freundlich und alle Leute der Basis waren stets hilfsbereit. Da wir im Voraus über Deutsch- land bezahlt hatten war das Vorzeigen des Logbuchs und Brevets interessanterweise "überflüssig".

Beim ersten Tauchgang ging's zum sog. Labyrinth. Wir waren einigermaßen erstaunt, als der Guide nach dem Abtauchen in einer Spalte im Meeresboden verschwand. Nach kurzem zögern folgten wir der Gruppe dann in die enge Spalte. Nach diesem ersten Tauchgang war direkt klar, dass man seinen eigenen Tauchcomputer gut im Auge behalten sollte, denn die Guides achten nicht sonderlich auf Nullzeitbegrenzungen.

Während unseres Aufenthaltes stand leider nur ein kleines Holzboot zur Verfügung mit dem max. 8-10 Min. weit raus gefahren wurde (meist aber nur 5 Minuten). Was unserer Einschätzung nach an der Faulheit der Kubaner liegt und nicht an dem Boot. Tatsache ist jedenfalls, dass es so Nahe an der Küste dementsprechend unspektakulär ist, da dort sehr viel gefischt wird. Die Tauchgänge waren recht schön mit vielen bunten Korallen und kleinen Fischen bei bescheidener bis guter Sicht, aber mehr gibt es dann auch nicht zu berichten. Weiter draußen könnte das Ganze um einiges besser aussehen, aber da kamen wir wie gesagt nicht hin.

Wann (oder ob überhaupt) das größere Boot wieder zur Verfügung steht wußte keiner. Typisch kubanisch eben! Das Wort "Informationsfluß" kennt man dort nicht. So erfuhren wir dann auch vor Ort, dass eMail-Adressen und Telefonnummern regelmäßig geändert werden um die Kommunikation zur "Außenwelt" so gering wie möglich zu halten.

Kurz erwähnt sei noch, dass in 14 Tagen kein einziger Nachttauchgang zustande gekommen ist. Laut Tauchbasis werden über Havanna Lizenzen für's Nachttauchen vergeben ... Kein weiterer Kommentar mehr nötig, oder!?!

Drei Tage lang haben wir die Insel mit einem Leihwagen erkundet. Trotz Strassenkarte und nur weniger Strassen ist die Navigation recht schwer, denn nur an jeder 10. Kreuzung steht mal ein Schild. Außerdem sind die Strassenverhältnisse (außerhalb der Touristen-Hochburg Varadero) wirklich sau schlecht.

Am ersten Tag haben wir uns auf den Weg nach Trinidad gemacht. Das ist von Cienfuegos aus ca. 1 Std, was noch überschaubar war. Es ist sehr hilfreich einen Einheimischen vom Strassenrand einzu- sammeln, der kann nicht nur die fehlenden Wegweiser ersetzen sondern ist auch als Schlagloch- Warner sehr nützlich. Die Einheimischen stehen zu Hauf am Strassenrand und warten auf eine Mit- fahrgelegenheit. Die Strasse nach Trinidad führt mehr oder weniger an der Küste vorbei und ist noch recht interessant, da man an einigen kleinen Örtchen vorbei kommt. Allerdings haben wir auch auf diesem Weg keine karibisch anmutenden Strandabschnitte gesehen. Trinidad selbst fanden wir recht uninteressant. Zu sehen gibt es dort lediglich alte Häuser, enge Gassen, historische Plätze ...

Der nächste Tag führte uns in den Nationalpark "Zapata". Kurz vorm Nationalpark gibt es eine Krokodifarm, ein Restaurant und kleine Geschäfte. Die Farm haben wir uns aufgrund des Eintritts- preises von 10 CUC (ca. 8,50€) und der bescheidenen Größe erspart. Also weiter Richtung National- park ... Man fährt irgendwann durch ein großes Tor und dann ... Nun ja, dort ist es um einiges grüner als zw. Cienfuegos und Trinidad, aber auch dort fanden wir keine Stände vor, die uns auch nur an- nähernd karibisch vorgekommen wären. Oder sollte ich besser sagen, was wir uns unter Karibik vorgestellt hatten. Wir kamen an einer Tauchbasis vorbei und an mehreren Stellen mitten im Nirgend- wo, die als Taucheinstiege gekennzeichnet waren. Aufgrund dieser abgeschiedenen Lage im National- park sind die Tauchplätze dort schätzungsweise um einiges besser als vor Cienfuegos.

Am dritten Tag machten wir uns auf den Weg ins 270km entfernte Havanna. Auch wenn gut 240km davon über die Autobahn führen, kommt einem das Ganze auf Kuba wie eine Weltreise vor, nicht zuletzt weil es um die Autobahn herum rein gar nichts zu sehen gibt. Als erstes haben wir wieder einen Einheimischen als Reiseführer eingesammelt, da selbst auf der Autobahn nur selten Schilder zu finden sind. Mit 160-180km/h kommt man recht zügig voran, wenn denn die Reifen dieses Tempo mit- machen. Also immer schön das Ersatzrad in Augenschein nehmen.

Havanna als solches ist schon recht beeindruckend aufgrund der Größe, der Menschenmassen, der Kontraste zwischen den wenigen für Touris renovierten Gebäuden und dem schäbigen Rest der Stadt.  

Alles in allem war es mal ganz nett sich selbst ein Bild von Kuba zu machen, aber unsere Erwartungen sowohl was das Tauchen angeht als auch die Landschaft wurden in der Ecke in der wir gelandet waren nicht erfüllt.
      

letzte Aktualisierung 2007-05-13