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Im
Vorfeld unseres Urlaubs haben wir - wie üblich -
versucht Kontakt zu den Tauchbasen vor Ort auf- zunehmen.
Aber selbst mit der Hilfe verschiedener
Reiseveranstalter kam kein einziger Kontakt weder
mit einer Basis noch mit einem Hotel zustande. Wir
haben uns dann für ein Hotel
an der Südseite (18km von Cienfuegos
- Rancho Luna), der Insel entschieden, von dem
wir in Erfahrung gebracht hatten, dass eine Basis
direkt am Hotelstrand betrieben wird. Ferner gab
das Internet preis, dass die Basis gegen 10 und
12h für jeweils einen Tauchgang raus fährt und
die Seite der Insel sehr schön zum tauchen wäre.
Wir haben unser Tauchpacket kurz vorm Urlaub in
Deutschland über einen Tauch- reiseveranstalter
gebucht und im Voraus bezahlen müssen. Laut
Veranstalter wäre nur so garantiert, dass die
Basis auf alle Fälle besetzt sei.
Im
3* Hotel
"Amigo Club Rancho Luna" angekommen
wurde uns schnell klar, dass wir am A... der Welt
gelandet waren. In der Hotelbeschreibung steht,
der nächste Ort sei 18km entfernt, allerdings hätten
wir uns nicht träumen lassen, dass es an dem
Strand außer zwei Hotel überhaupt gar nichts
gibt.
Das
Hotel wurde vor etwa zwei Jahren renoviert, sodass
die Einrichtung des Zimmers noch einen recht neuen
Eindruck machte. In der Hotelbeschreibung stand
natürlich nicht, dass das Hotel von einem
Hurrikan platt gemacht wurde und deshalb die
Renovierung unumgänglich war. Die Zimmer mit
Terrasse haben Standardgröße und sind sauber.
Das
Personal ist größtenteils freundlich, lediglich
einige "Barkeeper" (falls man die so überhaupt
be- zeichnen kann!) fielen durch ihre Inkompetenz
negativ auf. Das mag vielleicht auch daran liegen,
dass Kubaner schon zur Mittagszeit einen recht
hohen Rum-Verbrauch haben und erst recht, wenn sie
direkt an der Quelle arbeiten. Im Hotel und bei
der Autovermietung kann man sich in Englisch ver-
ständlich machen, viel mehr geht allerdings
meistens nicht. Ein kleiner Spanischkurs im
Vorfeld wäre bestimmt sehr hilfreich gewesen.
Das
Essen ist durchaus genießbar, leider gab es 14
Tage lang das Gleiche. An der Beachbar gibt es
mittags wahlweise Hühnchen, Fisch oder Schwein
mit "Fettstäbchen" und an der Poolbar
Pizza mit dem Belag der gerade da ist.
Die
abendliche Unterhaltung ist fast nicht der Rede
wert.
Nachdem
wir uns einen Tag am Strand ausgeruht hatten,
liefen wir am zweiten Tag bei der Tauch- basis
auf. Die Basis
war direkt am Strand, wenige Meter vom Wasser
entfernt. Das war aber auch das einzig gute an
diesem Strand. Karibik hatten wir uns anders
vorgestellt. Die Begrüßung an der Basis war
freundlich und alle Leute der Basis waren stets
hilfsbereit. Da wir im Voraus über Deutsch- land
bezahlt hatten war das Vorzeigen des Logbuchs und
Brevets interessanterweise "überflüssig".
Beim
ersten
Tauchgang ging's zum sog. Labyrinth. Wir waren
einigermaßen erstaunt, als der Guide nach dem
Abtauchen in einer Spalte im Meeresboden
verschwand. Nach kurzem zögern folgten wir der
Gruppe dann in die enge Spalte. Nach diesem ersten
Tauchgang war direkt klar, dass man seinen eigenen
Tauchcomputer gut im Auge behalten sollte, denn
die Guides achten nicht sonderlich auf
Nullzeitbegrenzungen.
Während
unseres Aufenthaltes stand leider nur ein kleines
Holzboot zur Verfügung mit dem max. 8-10 Min.
weit raus gefahren wurde (meist aber nur 5
Minuten). Was unserer Einschätzung nach an der
Faulheit der Kubaner liegt und nicht an dem Boot.
Tatsache ist jedenfalls, dass es so Nahe an der Küste
dementsprechend unspektakulär ist, da dort sehr
viel gefischt wird. Die
Tauchgänge waren recht schön mit vielen
bunten Korallen und kleinen Fischen bei
bescheidener bis guter Sicht, aber mehr gibt es
dann auch nicht zu berichten. Weiter draußen könnte
das Ganze um einiges besser aussehen, aber da
kamen wir wie gesagt nicht hin.
Wann
(oder ob überhaupt) das größere Boot wieder zur
Verfügung steht wußte keiner. Typisch kubanisch
eben! Das Wort "Informationsfluß" kennt
man dort nicht. So erfuhren wir dann auch vor Ort,
dass eMail-Adressen und Telefonnummern regelmäßig
geändert werden um die Kommunikation zur "Außenwelt"
so gering wie möglich zu halten.
Kurz
erwähnt sei noch, dass in 14 Tagen kein einziger
Nachttauchgang zustande gekommen ist. Laut
Tauchbasis werden über Havanna Lizenzen für's
Nachttauchen vergeben ... Kein weiterer Kommentar
mehr nötig, oder!?!
Drei
Tage lang haben wir die Insel mit einem Leihwagen
erkundet. Trotz Strassenkarte und nur weniger
Strassen ist die Navigation recht schwer, denn nur
an jeder 10. Kreuzung steht mal ein Schild. Außerdem
sind die Strassenverhältnisse (außerhalb der
Touristen-Hochburg Varadero) wirklich sau
schlecht.
Am
ersten Tag haben wir uns auf den Weg nach Trinidad
gemacht. Das ist von Cienfuegos aus ca. 1 Std, was
noch überschaubar war. Es ist sehr hilfreich
einen Einheimischen vom Strassenrand einzu-
sammeln, der kann nicht nur die fehlenden
Wegweiser ersetzen sondern ist auch als
Schlagloch- Warner sehr nützlich. Die
Einheimischen stehen zu Hauf am Strassenrand und
warten auf eine Mit- fahrgelegenheit. Die Strasse
nach Trinidad führt mehr oder weniger an der Küste
vorbei und ist noch recht interessant, da man an
einigen kleinen Örtchen vorbei kommt. Allerdings
haben wir auch auf diesem Weg keine karibisch
anmutenden Strandabschnitte gesehen. Trinidad
selbst fanden wir recht uninteressant. Zu sehen
gibt es dort lediglich alte Häuser, enge Gassen,
historische Plätze ...
Der
nächste Tag führte uns in den Nationalpark
"Zapata". Kurz vorm Nationalpark
gibt es eine Krokodifarm, ein Restaurant und
kleine Geschäfte. Die Farm haben wir uns aufgrund
des Eintritts- preises von 10 CUC (ca. 8,50€)
und der bescheidenen Größe erspart. Also weiter
Richtung National- park ... Man fährt irgendwann
durch ein großes Tor und dann ... Nun ja, dort
ist es um einiges grüner als zw. Cienfuegos und
Trinidad, aber auch dort fanden wir keine Stände
vor, die uns auch nur an- nähernd karibisch
vorgekommen wären. Oder sollte ich besser sagen,
was wir uns unter Karibik vorgestellt hatten. Wir
kamen an einer Tauchbasis vorbei und an mehreren
Stellen mitten im Nirgend- wo, die als
Taucheinstiege gekennzeichnet waren. Aufgrund
dieser abgeschiedenen Lage im National- park sind
die Tauchplätze dort schätzungsweise um einiges
besser als vor Cienfuegos.
Am
dritten Tag machten wir uns auf den Weg ins 270km
entfernte Havanna. Auch wenn gut 240km davon
über die Autobahn führen, kommt einem das Ganze
auf Kuba wie eine Weltreise vor, nicht zuletzt
weil es um die Autobahn herum rein gar nichts zu
sehen gibt. Als erstes haben wir wieder einen
Einheimischen als Reiseführer eingesammelt, da
selbst auf der Autobahn nur selten Schilder zu
finden sind. Mit 160-180km/h kommt man recht zügig
voran, wenn denn die Reifen dieses Tempo mit-
machen. Also immer schön das Ersatzrad in
Augenschein nehmen.
Havanna
als solches ist schon recht beeindruckend aufgrund
der Größe, der Menschenmassen, der Kontraste
zwischen den wenigen für Touris renovierten Gebäuden
und dem schäbigen Rest der Stadt.
Alles
in allem war es mal ganz nett sich selbst ein Bild
von Kuba zu machen, aber unsere Erwartungen sowohl
was das Tauchen angeht als auch die Landschaft
wurden in der Ecke in der wir gelandet waren nicht
erfüllt.
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